Liebe Leser,
morgen heiratetein Geschäftspartner von mir.
„Na und?“ werden Sie jetzt vielleicht fragen.
„Warum ist das eine Meldung im Knigge-Ticker
wert?“
Es ist eine Meldung wert, weil er der erste Mann in meinem
Bekanntenkreis ist, der bei der Eheschließung den
Familiennamen seiner Frau annimmt.Ein besonderer Moment.
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Aktuelle Info: Unsicher, wie Sie Ehepaare mit
unterschiedlichen Namen, Patchwork-Familien und andere "schwierige
Fälle" anschreiben oder vorstellen sollen? Klicken Sie hier, um die moderne Lösung
für diese Probleme kennenzulernen - kostenlos.
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Herzlichen Dank für die Zuschriften zum Thema "Tattoo". Die Auswertungen der
Leserstimmen finden Sie am Ende Ihres Knigge-Tickers.
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Sofort merke ich, wie mein liberaler Verstand und mein
konservativ geprägtes Bauchgefühl sich ein Wortgefecht
liefern.
Bauch: „Das ist aber komisch.“
Verstand: „Blödsinn, Bauch. Heutzutage ist
es eine rationale Entscheidung zwischen zwei gleichberechtigten
Partnern, welcher Familienname weitergeführt werden
soll.
Bauch: „Das hat es bisher aber nicht
gegeben.“
Verstand: „Genau. Deswegenmuss jemandden Anfang
machen.“
Bauch: „Warum? Ich mag die Traditionen. Da
weiß ich, woran ich bin.“
Verstand: „Vor 100 Jahren besagte die Tradition,
dass Frauen nicht studieren dürfen. Hätte sich nichts
geändert, würden wir beide heute Deckchen häkeln
statt Newsletter zu schreiben. WürdeDir das
gefallen?!“
Bauch: „Nein.“
Verstand: „Na siehst Du!“
Bauch: „Na gut, Verstand. Du hast gewonnen.
Ausnahmsweise.“
Das Deutsche Namensrecht und seine Tücken
Mein Bauch hat nicht ganz Unrecht mit seiner Traditionsliebe.
Daskomplizierte deutsche Namensrecht und die neuen sogenannten
„Patchwork-Lebensstile“ stellen für uns ein paar
neue Fettnäpfchen auf. Als ob es davon nicht schon genug
gäbe!
- Es gibt Paare, die trotz Heirat ihren Namen beibehalten, statt
ihn zu ändern: FrauMeier bleibt FrauMeier,
HerrSchulte bleibt HerrSchulte.
- Manchmal wählt ein Partner einen Doppelnamen:
HerrSchulte bleibt Herr Schulte, aus Frau
Meier wird FrauSchulte-Meier.
- Kommt es zur Scheidung, nehmen einige Frauen ihren
Mädchennamen wieder an:
Aus FrauSchulte wird wieder FrauMeier.
- Heiratet jemand zum zweiten Mal und hat ein Kind aus erster
Ehe, kann es sein, dass alle drei Mitglieder der neuen
Lebensgemeinschaft unterschiedliche Nachnamen haben:
Das Kind heißt z.B. „Schulte“ (wie
der leiblicheVater), die Mutter „Meier“
(Mädchenname) und der zweite
Ehemann„Berger“.
Für die Umgangsformen bedeutet das, dass der Familienname
uns nicht zwangsläufig Auskunft darüber gibt,ob ein Paar
verheiratet oder unverheiratet ist. Es bedeutet außerdem,
dass wirdie Ehefrau von Herrn Schulte nicht mehr – wie
früher - einfach mit Frau Schulte ansprechen können. Wir
dürfen davon ausgehen, dass es Frau Meier nicht Recht
ist, wenn wir sie falsch mit „Frau
Schulte“ansprechen.
Wie schreiben Sie eine Patchwork-Familie richtig an?
Stellen Sie sich vor, Sie möchten
dieFamilieMeier-Berger-Schulte zu einem Fest einladen. Wie
würdedie korrekte Anschrift aussehen?
Hier die Musterlösung:
Frau Gisela Meier
Herrn Martin Berger
Benjamin Schulte
Musterstraße 3
55333 Musterstadt
Weil Sie dieAnrede „Herr“ in der dritten Zeile
weglassen, wird deutlich, dass es sich bei der dritten Person um
ein Kind handelt.
Wenn Männer ihren Mädchennamen wieder annehmen
Spannend finde ich persönlich die Frage, wie man es
ausdrückt, wenn Herr Meier ("geborener Schulte") nach
Scheidung wieder seinen alten Familiennamen annimmt. Heißt es
dann, dass er seinen "Mädchen-" oder gar seinen"Jungennamen"
wieder annimmt?
Liebe Leser, die Umgangsformen werden nicht einfacher! Aber zum
Glück gibt es Hilfe!
Ich habe einen kostenlosen Ratgeber
für Sie zusammengestellt: Den Spezialreport "Knigge 2010 - was ist neu - was ist
veraltet?" Darin finden Sie die neuesten Etikette-Regeln
für moderne Kommunikation. Erfahren Sie zum Beispiel, was
Sie auf einer Hochzeit tun und lassen sollten:
- Was Damen auf einer Hochzeit tragen dürfen - und was
nicht - mehr Info
- Wann Sie das Handy ausschalten müssen - und welche
Ausnahmen es gibt - mehr Info
- Hochzeitsessen: Welches Besteck wofür? Wer redet wann? -
mehr Info
- Stilvoll gratulieren und schenken, Etikette-gemäß
danken - mehr Info
- Feiern: Small Talk-Tipps für Hochzeitsgäste, Umgang
mit Alkohol (und mit Alkoholisierten) - mehr Info
PS:Hier sehen Sie wie versprochen das Stimmungsbild der
Leserbefragung zum Thema "Tattoo".Die
Veröffentlichunggeschieht anonym, da einige Leserinnen und
Leser darum gebeten haben. Insgesamt habe ich von Ihnen 61
Leserbriefe erhalten, die sich wie folgt einteilen lassen:
1. Gruppe: 27 Leserinnen und Leder
finden Tätowierungen gesellschaftlich inakzeptabel
2. Gruppe: 19 Leserinnen und Leser
räumen ein, dass es von der Situation, der Person und dem
Tattoo an sich abhängt.
3. Gruppe: 15 Leserinnen und Leser
halten Tattoo mittlerweile für gesellschaftsfähig und
stören sich nicht daran
Hier einige Auszüge aus den Zuschriften, die die jeweiligen
Stimmungsbilder repräsentieren. (Die Gruppen sind nach
Gewichtung sortiert)
Gruppe 1)
"Tatoos erinnern mich an Kriegszeiten - bemalte Krieger, zur
Tarnung bemalte Soldaten, KZ-Nummern zur Nazizeit - oder an
Eigentumsmarkierung - Viehhaltung. (...) Als Imageberaterin rate
ich in Bewerbungsgesprächen, Tatoos zu verdecken, Piercings zu
entfernen. Wenn im entsprechenden Betrieb die Brandmarkungen und
Körpermarkierungen akzeptiert werden, könnten diese zu
einem späteren Zeitpunkt immer noch offiziell zur Schau
getragen werden."
***
"Tattoos wirken immer noch auf den auf Schönheit geschulten
Menschen wie ein Unterschichtphänomen. (...) Sie werden kaum
gesellschaftsfähig sein. Es sei denn, man lässt Massen-
und Niedergangsphänomene als gesellschaftsfähig
gelten.“
***
"Solange Frau Wulff bloß Gattin eines
Ministerpräsidenten war (zum Glück nicht meine
Bundeslandes), wusste ich nichts über ihr Tattoo und es
wäre auch uninteressant für mich gewesen. Nun aber
repräsentiert sie mit ihrem Mann unser Volk, und somit auch
mich. Und MICH stört so etwas empfindlich. (...) Es mag ein
jeder nach seiner Fasson selig werden, aber leider passt die Fasson
dann doch nicht überall hin, und man kann eben nicht alles
machen, was man will, nur weil man oben steht."
***
"Unsere Körper sind von einem sehr großen Architekten
gestaltet worden und ich habe noch keinen (Frauen-) Körper
gesehen, der durch ein Tattoo tatsächlich verschönert
worden wäre. Die ersten die Tattoos trugen waren meines
Matrosen und Verbrecher. Es ist schade, dass sich dieser Trend
schon so weit verbreitet hat.
"
***
"Tätowiert wurden früher Sklaven
oder Strafgefangene. Ich weiß nicht, welche Botschaft diese
Bemalung in einer freiheitlichen Demokratie vermitteln soll.
Einzigartigkeit wohnt jedem Menschen inne und wird durch
Persönlichkeit sichtbar."
Gruppe 2)
"Ich stehe Tattoos eigentlich aufgeschlossen gegenüber,
weil ich es als eine Art der Körperkunst ansehe. (...) Die
Körperstelle muss allerdings gut ausgesucht werden. Es
wäre mehr als ärgerlich, wenn man aufgrund des Tattoos
später nicht die Lehrstelle/Arbeitsstelle bekommt, die man
möchte! Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite
Chance!"
***
"Bei offiziellen Anlässen ist es wichtig, dass das Tattoo
verdeckt wird. Wenn unsere Polizisten, die ja den Deutschen Staat
vertreten, ihre Tattoos verdecken müssen (was ich im
Übrigen sehr wichtig finde), sollte auch unsere
Bundespräsidenten-Gattin ihr Tattoo bei offiziellen
Anlässen ihr Tattoo verdecken."
***
"Die Fragestellung ist nicht ob generell gesellschaftsfähig
oder nicht. Anders: Sieht das Tattoo an der Dame gut aus, dann und
nur dann ist es auch jetzt mittlerweile
gesellschaftsfähig."
***
"Tattoos sind ja nach wie vor ein Zeichen von
Geltungsbedürfnis und Ausprägung eines besonderen Egos
und Egoismus. Dies passt nicht zu einer First Lady. Es gibt kleine
und unauffällige Tattoos mit einer Bedeutung von Glück,
Liebe, Verbindung, Freundschaft etc., diese kann ich noch
respektieren."
***
"Wir waren am Wochenende baden und 3/4 der Frauen hatten
Tattoos. (...) Heute komme ich mir ohne Tattoo schon besonders vor
– und bin froh darüber. (...)Was Frau Wulff angeht sieht
man, dass auch eine First Lady nur ein Mensch ist."
Gruppe 3)
"Ich finde das ganz in Ordnung, dass unsere First Lady zu ihrem
Tattoo steht und nicht verzweifelt versucht, das irgendwie zu
verbergen. Die Regierung unseres Landes untersteht einer Frau, ihr
Vorgänger war drei Mal geschieden und der Vizekanzler ist
homosexuell. Man kann also sagen, dass wir ein aufgeklärtes
Land sind. Erzkonservativ dürfen unsere Politiker ruhig sein,
wenn es um Themen wie Solidarität, Kündigungsschutz oder
ähnliches geht, da ist diese Einstellung dann durchaus
angebracht!"
***
"Sind Tattoos gesellschaftsfähig? Ja! Im 21. Jahrhundert
sollten wir alle doch endlich gelernt haben, den Menschen die
Freiheit zu lassen ihre Individualität ausleben zu
dürfen. Zudem haben andere Menschen dadurch ja keinerlei
Nachteile. Leben und leben lassen."
***
"Ein Tattoo darf in der heutigen Zeit kein Tabuthema mehr sein.
Jeder hat ein Recht darauf mit seinem Körper zu machen was er
möchte. Wer heute noch ein Tattoo noch mit Rockerbanden und
Häftlingen gleichsetzt ist im neuen Jahrtausend noch nicht
angekommen."
***
"Ich finde Tattoos schön, wenn sie schön sind, ich
akzeptiere sie wenn die Leute, die sie tragen sie auch akzeptieren.
Es ist eine Art von Kunst und jeder Mensch hat seine eigene
Vorstellung davon, was Kunst ist, was schön ist und was nicht.
(...) Ja, auch ein Staatsrepräsentant darf ein Tattoo tragen.
Es sagt nicht über seine Qualitäten aus. Aber selbst wenn
das, was Sie geschrieben haben zutrifft: Querulanten, die Wilden,
die Gesetzlosen... manchmal wünsch ich mir auch mal einen
solchen Menschen. Einheitsbrei haben wir wirklich schon genug."
***
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Situation eine gute Figur machen, habe ich hier für Sie bereitgestelt. Klicken Sie und laden Sie sich den neuen Ratgeber
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